1. Halbzeit
Im verschneiten Thun beginnt die Partie unter schwierigen Bedingungen. Der Kunstrasen ist weiss bedeckt.
Die Berner Oberländer setzen die Zürcher früh unter Druck und kommen in den ersten zwölf Minuten zu zwei guten Möglichkeiten. Mit dem ersten eigenen Abschluss melden sich die Grasshoppers jedoch an. Abels, der heute die Captain Binde trägt, prüft Steffen mit einem Distanzschuss, den dieser pariert. Kaum ist diese Szene vorbei, rollt bereits die nächste Angriffswelle der Gäste an: In der 17. Minute schlägt GC dann zu. Plange hat auf der rechten Seite viel Platz und bringt eine präzise Flanke in den Strafraum. Dort entwischt Lee der Thuner Abwehr und schiebt den Ball zur Führung ins Tor.
GC hält sich nun häufiger in der gegnerischen Hälfte auf. In der 25. Minute bietet sich den Zürchern die grosse Chance zum zweiten Treffer. Wieder läuft der Angriff über die rechte Seite mit Plange und Meyer. Meyer bringt den Ball scharf zur Mitte, wo Krasniqi völlig frei zum Abschluss kommt, den Ball jedoch verpasst. Stattdessen fällt der Ausgleich. Käit trifft zum 1:1. Nur wenige Minuten später gehen die Gastgeber sogar in Führung: In der 38. Minute wird Montolio angeschossen, der Ball prallt ihm an den Oberkörper und landet im Netz, 2:1 für Thun.
Erneut setzt sich Plange über rechts durch, sein Abschluss wird geblockt und Lee steht goldrichtig, um zum zweiten Mal einzunetzen. Doch der Jubel währt nur kurz: Plange stand zuvor im Abseits, der Treffer zählt nicht. Kurz danach sorgt auch Thun nochmals für Aufregung. In der 45. Minute wird ein weiteres Tor der Gastgeber ebenfalls aberkannt. So bleibt es nach einer wilden ersten Halbzeit auf verschneitem Rasen bei der knappen Führung für Thun.
2. Halbzeit
Nach dem Seitenwechsel gleichen die Bedingungen eher einer Schneeschlacht als einem Fussballspiel. Der Platz ist vollständig weiss und der Schneefall hört nicht auf. Für die Grasshoppers beginnt die zweite Hälfte alles andere als gut. In der 51. Minute rutscht ein langer Ball durch die GC-Defensive. Labeau reagiert und lupft den Ball über Justin Hammel hinweg zum 3:1.
Nur wenig später folgt der nächste Rückschlag. In der 62. Minute trifft Rastoder zum 4:1. Er steht völlig allein vor dem Tor. Nach einer VAR-Kontrolle wird der Treffer bestätigt – für GC schwinden damit die Hoffnungen auf eine Wende.
Scheiblehner reagiert und bringt in der 67. Minute frische Kräfte: Für Jung-Hopper Krasniqi kommt Diarrassouba in die Partie. Trotz des klaren Rückstands versuchen die Zürcher, dagegenzuhalten. In der 77. Minute verhindert Diaby mit einer starken Grätsche in letzter Sekunde eine grosse Chance von Rupp - eine der wenigen Highlights in dieser Phase.
In der 80. Minute folgt ein Doppelwechsel. Clemente und Marques kommen neu ins Spiel, Stroscio und Torschütze Lee verlassen das Feld. Doch nur eine Minute später folgt der nächste Dämpfer. Dursun steigt nach einer Flanke zum Kopfball hoch und trifft zum 5:1. Hammel ist chancenlos.
Der Abend entwickelt sich damit endgültig zu einer bitteren Angelegenheit für die Zürcher. GC bleibt zwar bemüht, doch auf dem schwierigen Untergrund gelingen kaum noch klare Aktionen nach vorne. In der Nachspielzeit muss zudem Plange, der über weite Strecken noch zu den aktivsten Zürchern gehört hatte, verletzt vom Platz. Für die letzten Minuten kommt Tsimba ins Spiel.
Am Ende steht für die Grasshoppers eine deutliche 1:5-Niederlage im verschneiten Berner Oberland.
Fazit
Eine bittere Niederlage für GC, die sich nach den ersten 45 Minuten so noch nicht abgezeichnet hatte. Die Zürcher gingen früh durch Lee in Führung und wurden danach von Minute zu Minute stärker. Viel deutete darauf hin, dass die Gäste das Spiel zunehmend unter Kontrolle bekommen.
Dann traf der Tabellenführer jedoch praktisch aus dem Nichts gleich doppelt und das Momentum kippte komplett auf die Seite der Gastgeber. Der aberkannte Ausgleich durch Lee kurz vor der Pause erwies sich zusätzlich als schwerer Schlag für die Zürcher.
In der zweiten Halbzeit zeigte Thun dann seine derzeitige Stärke: ein konstant intensives Spiel mit immer wieder sauber herausgespielten Angriffen, die konsequent verwertet werden. GC fand auf dem verschneiten Platz kaum noch Antworten.
Am Ende müssen die Grasshoppers im Berner Oberland eine deutliche 1:5-Niederlage hinnehmen.
Ausblick
Für GC steht nächste Woche erneut ein Auswärtsspiel an. Die Zürcher treffen in der 31. Runde der Super League um 18:00 Uhr in Genf auf den Servette FC.
