Erste Halbzeit
Im allesentscheidenden Spiel um den Ligaerhalt verändert Trainer Zeidler seine Startelf im Vergleich zum letzten Meisterschaftsspiel nur auf einer Position. Marques beginnt hinten rechts anstelle von Abels, der verletzungsbedingt ausfällt. Köhler übernimmt die Captainbinde. In der Offensive sollen Frey und Lee für die Tore sorgen, während Asp Jensen und Krasniqi über die Flügel kommen. Meyer und Zvonarek bilden das Zentrum, Abrashi nimmt zunächst auf der Bank Platz.
Der Grasshopper Club Zürich startet ambitioniert in die Partie und setzt den FC Aarau von Beginn an unter Druck. Bereits in der 4. Minute kommt Rissi zum ersten Abschluss, doch Hübel pariert sicher. Fünf Minuten später folgt die nächste grosse Chance: Asp Jensen bereitet stark vor, Lee zieht aus spitzem Winkel ab, sein Schuss wird noch leicht abgelenkt und geht knapp am weiten Pfosten vorbei. Beim anschliessenden Eckball schiesst Frey aufs Tor, doch erneut ist Hübel zur Stelle.
Die Zürcher kontrollieren das Spiel mit viel Ballbesitz und schnüren Aarau phasenweise tief in der eigenen Hälfte ein. Bis zur 12 Minute findet die Partie praktisch nur noch rund um den Strafraum der Gäste statt. Doch Aarau meldet sich plötzlich zurück. In der 19. Minute trifft der FCA bei seinem ersten offensiven Lebenszeichen den Pfosten. Zwei Minuten später prüft Azliu Hammel mit einem Distanzschuss, den der GC-Keeper stark pariert.
Die Zürcher reagieren offensiv, doch zunächst fehlt das nötige Glück im Abschluss. Zvonarek, Krasniqi und Rissi kommen zu Möglichkeiten, bleiben jedoch erfolglos. Krasniqis wuchtiger Abschluss wird noch abgefälscht, während Rissis Versuch kein Problem für Hübel darstellt.
In der 30. Minute fällt dann endlich die verdiente Führung für GC. Asp Jensen nimmt Tempo auf und spielt auf Lee, der den Ball clever ablegt. Zvonarek zögert nicht lange und schiesst flach unten links zum 1:0 ein. In der 39. Minute verhindert Hammel mit einer starken Parade noch den Ausgleich nach einem wuchtigen Distanzschuss. Kurz vor der Pause fällt dieser dann doch: Nach einem Corner klärt GC den Ball nur ungenügend, ehe Filet per sehenswertem Seitfallzieher zum 1:1 trifft. Hammel ist dabei chancenlos. Mit dem 1:1 geht es in die Pause, ein Zwischenstand, der den Druck in diesem existenziellen Spiel, in dem es um alles geht, nochmals deutlich erhöht.
Zweite Halbzeit
Die zweite Halbzeit beginnt mit je einem Wechsel auf beiden Seiten. Bei GC kommt Ullmann für Rissi, während beim FC Aarau Frokaj für Jäckle ins Spiel kommt. Die erste Möglichkeit nach der Pause gehört Aarau. Frokaj versucht es in der 49. Minute aus der Distanz, doch Krasniqi blockt den Abschluss stark ab. In der 67. Minute wird es erstmals wieder richtig gefährlich: Aarau kommt zu einer guten Chance, doch Hammel reagiert stark und verhindert den Rückstand. Kurz darauf reagiert Zeidler mit einem Doppelwechsel. Frey macht Platz für Tsimba, zudem kommt Abrashi für Asp Jensen ins Spiel. GC sucht in der Folge wieder vermehrt den Weg nach vorne. Ullmann versucht es in der 69. Minute aus der Distanz, verzieht jedoch knapp. Nur eine Minute später zieht Tsimba ab, setzt den Ball aber deutlich über das Tor. Mit zunehmender Spielzeit steigt die Nervosität auf beiden Seiten spürbar an. Aarau gelingt offensiv kaum noch etwas, doch auch GC tut sich im Spielaufbau enorm schwer. Sauber herausgespielte Chancen bleiben Mangelware.
In der 81. Minute bietet sich den Zürchern dennoch eine grosse Möglichkeit. Krasniqi bringt bereits den achten Eckball vors Tor, Zvonarek steigt am ersten Pfosten hoch, köpft den Ball jedoch knapp am langen Eck vorbei. Dann folgt der nächste Schockmoment: Lee sieht in der 88. Minute nach einem dummen Foulspiel wegen Tätlichkeit die Rote Karte. GC muss die Schlussphase und die Verlängerung in Unterzahl bestreiten. Nach 90 Minuten bleibt es beim 1:1, dieses Barrage-Rückspiel geht in die Verlängerung.
Verlängerung
Vor Beginn der zusätzlichen 30 Minuten nimmt Zeidler weitere Wechsel vor. Marques und Zvonarek verlassen den Platz, dafür kommen Hassane und Arigoni. In der 104. Minute sorgt Abrashi für einen emotionalen Moment. Der Mittelfeldspieler startet einen Gegenangriff und sprintet an Obexer vorbei. Beim Versuch, den Ball mit dem Kopf zu spielen, trifft ihn Obexer mit voller Wucht im Gesicht. Abrashi muss noch auf dem Platz an der Lippe genäht werden. Schiedsrichter Schnyder schaut sich die Szene nach Hinweis des VAR nochmals an und korrigiert seine Entscheidung: Statt Gelb zeigt er Rot gegen Obexer.
Nur wenige Minuten später explodiert der Letzigrund. Hassane dringt in den Strafraum ein und wird gefällt, Penalty für GC in der 108. Minute. Ngom übernimmt die Verantwortung, läuft an und verwandelt souverän vor der GC-Kurve zur 2:1 Führung
Als „Nöggi“ durch die Lautsprecher des mit knapp 19'000 Fans gefüllten Letzigrunds ertönt, brechen alle Dämme. Die Erleichterung ist riesig. Eine Saison zum Vergessen findet doch noch ein glückliches Ende: Der Grasshopper Club Zürich bleibt dort, wo er hingehört: in der Super League.
