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«Vertrauen verdient man sich durch Taten, jeden einzelnen Tag»

«Vertrauen verdient man sich durch Taten, jeden einzelnen Tag»

Der neue GCZ-CEO Richard Feuz spricht im Interview über seinen Start in Zürich, die Ambition mit den Grasshoppers und die laufende Transferperiode.

Willkommen in Zürich, Richard! Wie hast du dich bisher eingelebt?

Vielen Dank. Es ist schön, nach drei unvergesslichen Jahren in den USA wieder in der Schweiz zu sein. Ich bin sehr herzlich empfangen worden, dafür bin ich dankbar. Gleichzeitig waren das keine Tage, um gemütlich Ankommen. Die Saison steht vor der Tür, also ging es von Anfang an darum, direkt anzupacken.

Wenn du auf deine Laufbahn zurückblickst, von Servette über die National Women's Soccer League bis jetzt zum GCZ: Warum hat sich dieser Schritt für dich richtig angefühlt?

Jede Etappe meiner Laufbahn hat mich zu dem gemacht, der ich heute bin. Bei Servette konnte ich über viele Jahre in einem Club wachsen und fast jeden Bereich des Fussballmanagements kennenlernen. Chicago hat mich in einem völlig anderen Umfeld gefordert, dort habe ich enorm viel über Führung, Innovation und den Umgang mit Veränderungen gelernt. Als sich GCZ-Präsident Ludovic Deléchat bei mir gemeldet und mir seine Vision für den Grasshopper Club Zürich geschildert hat, war für mich sofort klar: Das ist das richtige Projekt, zum richtigen Zeitpunkt, mit den richtigen Leuten. Manche Gelegenheiten im Fussball sind ein Job. Andere sind eine Verantwortung. Für mich ist der Grasshopper Club Zürich eine Verantwortung. Der GCZ ist der erfolgreichste Klub der Schweizer Fussballgeschichte. Seine Geschichte, seine Identität und seine Ambitionen machen ihn zu etwas ganz Besonderem. Und ich hatte das Gefühl, dass ich etwas zur nächsten Entwicklungsphase beitragen kann.

Wie sahen deine ersten Tage beim Grasshopper Club Zürich aus? Was hatte für dich Priorität?

Wenn man kurz vor Saisonstart zu einem Club kommt, heisst das: von Tag eins an voll dabei sein. Ich habe in den ersten Tagen vor allem Leute aus den verschiedenen Abteilungen getroffen, verstanden, wie der Klub tickt, genau zugehört und eng mit dem Team an den Aufgaben gearbeitet, die unmittelbar vor uns liegen. Für mich beginnt gute Führung damit, dass man zuerst zuhört und dann entscheidet. Jeder Klub hat seine eigene Kultur, seine Stärken und seine Herausforderungen. Gleichzeitig wartet der Fussball nicht. Wir tragen ab dem ersten Tag Verantwortung, also müssen wir sofort anpacken und uns trotzdem die Zeit nehmen, die Organisation wirklich zu verstehen.

Was ist deine Vision für den Grasshopper Club Zürich in den nächsten Jahren?

Zuallererst wollen wir einen Klub aufbauen, der stabil ist, geeint und verlässlich. Alle wollen sofort Erfolg. Das verstehen wir absolut, gerade bei einem Klub mit der Geschichte und den Erwartungen des GCZ. Aber nachhaltiger Erfolg entsteht nie über Nacht. Er kommt daher, dass man über längere Zeit immer wieder die richtigen Entscheidungen trifft. Unsere Ambition ist, jeden Tag besser zu werden, in der ganzen Organisation die Massstäbe zu heben und ein Umfeld zu schaffen, in dem Spieler und Mitarbeitende ihre beste Leistung abrufen können. Wir arbeiten diszipliniert und bleiben gleichzeitig offen für Innovation und neue Ideen, die uns weiterbringen. Wenn wir gemeinsam ein starkes Fundament legen, wird der Erfolg zur Folge unserer Arbeit, und nicht bloss zum Ziel, über das man redet.

Der GCZ hat eine unglaublich erfolgreiche Geschichte und eine leidenschaftliche Fanbasis. Was verbindet dich persönlich mit diesem Klub?

Wenn man in der Schweiz aufwächst, kommt man am Stellenwert des Grasshopper Club Zürich im Schweizer Fussball gar nicht vorbei. Der Rekordmeister hat den Schweizer Fussball über Generationen mitgeprägt. Das ist ein Klub, der auf Tradition, Ambition und der Leidenschaft seiner Fans aufbaut. Was mich antreibt, ist nicht nur alles, was dieser Klub in den letzten 139 Jahren erreicht hat, sondern auch die Verantwortung, das nächste Kapitel mitzugestalten. Ich weiss, dass die Fans Taten erwarten und nicht Worte, und das respektiere ich. Vertrauen verdient man sich durch Taten, jeden einzelnen Tag. Mein Versprechen ist einfach: Wir geben jeden Tag alles, damit die ganze Organisation mit Demut, Entschlossenheit und vollem Einsatz arbeitet, um diesen Klub voranzubringen.

Welche Botschaft möchtest du den GCZ-Fans mitgeben?

Wir wissen, welche Erwartungen es mit sich bringt, für einen Club wie den Grasshopper Club Zürich tätig zu sein, und wir wissen auch, dass die letzten Jahre schwierig waren. Die Fans wollen Fortschritt sehen, und das zu Recht. Sie haben Taten verdient, keine Versprechen. Was wir versprechen können, sind keine Abkürzungen und keine schönen Worte. Was wir versprechen können, sind unermüdliche Arbeit, Präsenz, Integrität und voller Einsatz. Hinter jeder Entscheidung steht eine einfache Frage: Ist das die richtige Entscheidung für den Grasshopper Club Zürich, nicht nur für heute, sondern auch für morgen?

Unser Anspruch ist klar. Wir wollen mit diesem Klub besser abschneiden als in den letzten Jahren und gleichzeitig etwas aufbauen, das Bestand hat.
Das Transferfenster ist noch offen, und unsere Arbeit ist längst nicht abgeschlossen. Wir arbeiten bis zum allerletzten Tag der Transferperiode daran, den Kader zu verstärken. Wenn wir überzeugt sind, dass ein Spieler unser Team wirklich besser macht und zur GCZ-DNA passt, werden wir handeln.

Kontinuierlicher Fortschritt kommt nicht von einer einzelnen Entscheidung oder einem Transferfenster. Er kommt daher, dass wir konstant die richtigen Entscheidungen treffen, jeden Tag unsere Massstäbe höher setzen und gemeinsam vorwärtsgehen, mit Disziplin, Einheit und einer langfristigen Vision.

Ich freue mich darauf, unsere Fans im Stadion zu sehen und diesen Weg gemeinsam weiterzugehen. Hopp GCZ!

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