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Challenge League 2020/2021
Do 29.10.20, 20:00 Uhr | Stade Olympique de la Pontaise, Lausanne

1 : 2
(0:0)

DER GLÄNZENDE, SCHMUTZIGE SIEG

GC gewinnt bei Leader Lausanne-Ouchy 2:1 und holt sich Platz 1 zurück. Es ist kein Ruhmesblatt der Grasshoppers auf der Pontaise, aber die Mannschaft machts im Stil von «Zero to Hero».

Match eins im Lockdown light. Und lange Zeit ist’s auch ein Match light von GC in der gespenstig wirkenden Pontaise. Die Grasshoppers bringen in der ersten Spielhäfte nichts zu Stande. Dürftig, dies das Fazit zu den ersten 45 Minuten und bei der Kürze der Zusammenfassung kommt der geneigte Leser auch schnell auf das dazu gehörende Resultat: 0:0 zur Pause. Die Grasshoppers sind zu wenig konsequent in den Zweikämpfen. Zwischen dem Mittelfeld und Sturmspitze Bonatini klafft meistens ein zu grosses Loch. Zu häufig sind die Zuspiele zu ungenau, leider auch gerade bei jenen Szenen, die sich aus GC-Sicht verheissungsvoll hätten entwickeln können.

GC-AKTION FÜR EINEN GUTEN ZWECK «PLÜSCHTIER STATT GEISTER»

Die zweite Halbzeit. Sie beginnt ganz schlecht. Die Hoppers finden vorerst überhaupt keinen Zugriff aufs Match. Und als ob dies nicht schon genug Graus wär, kassiert die Mannschaft auch den Gegentreffer. Sieben Minuten sind gespielt, als die Lausanner im GC-Strafraum auf den freistehenden Dylan Tavares auflegen und der zimmert die Kugel in die rechte Torecke.

Die Grasshoppers wirken nach dem sich eingehandelten Rückstand noch verunsicherter. Eine Zeitspanne lang muss GC leiden und hechelt häufig dem Spielgerät hinterher. Und wenn dann mal im Ballbesitz, geht dieser rasch jeweils wieder verloren. Die Zürcher wirken nicht nur zu statisch, sie sind es auch. Es fehlen auch die Ideen. Und der Mut? Wo ist der? Bezeichnend dafür die bis zu diesem Zeitpunkt einzige Torchance in diesem Spiel für GC. Léo Bonatini beschäftigt an der Strafraumgrenze zwei Waadtländer und spielt dann auf rechts auf den völlig freistehenden Petar Pusic. Es wird nichts aus dieser Möglichkeit.

Trainer Pereira reagiert und bringt für Pusic und Morandi Robin Kalem und Connor Ronan. Und jetzt beginnt die Maschinerie bei den Grasshoppers plötzlich geschmierter zu laufen, begünstigt aber auch durch eine gelbrote Karte für Ouchys Lahiouel. GC 25 Minuten lang mit einem Spieler mehr. Die Heugümper, nun initiativer, engagierter und angetrieben von Ronan, drücken sie die Gastgeber mehr und mehr in deren Platzhälfte. Nach 71 Minuten, Corner GC. Hoch kommt die Kugel in den Fünfmeterraum geflogen und Nuuuuno Piiiinaaaa mit dem GOOOOOOAAAAL – Ausgleich, 1:1!

Sooo, jetzt riechen die Grasshoppers Lunte. Hoppers, kehrt diesen Match! Vorwärts, GC, vorwärts! Und ja, sie marschieren, unsere Hoppers. Pereira bringt weiteres, frisches Blut. Nobrega und Cristian Ponde. Während man bei der Partie am letzten Samstag gegen Schaffhausen nicht das Gefühl hatte, GC würde noch der entscheidende Treffer gelingen und es den Hammerschuss von Dominik Schmid zum 2:1 benötigte, ist an diesem Donnerstagabend nun plötzlich ein Jucken und Zucken in den Adern da. Da geht doch noch was! Obwohl der Grasshopper Club Zürich über eine Stunde ein gehöriges Stück weg von einem guten Auftritt ist, liegt plötzlich ein blauweisser Duft über der Pontaise.

Drei Minuten sind noch zu spielen. Léo Bonatini am Ball. Léo tankt sich in den Strafraum und legt sich den Ball etwas vor und provoziert so den Hechtsprung von Goalie Da Silva. In dem Moment, wo der Lausanner Keeper sich den Ball krallen will, spitzelt ihn der GC-Stürmer vorbei und wird dabei von Da Silva erwischt. Penalty, Grasshoppers! Bonatini schnappt sich das Leder, schreitet zum Punkt, «büschelet» den Ball, nimmt vier Schritte Anlauf und… versenkt in der Mitte! GOOOOOOOOOOOOOOOOAAAAAAL; GC! LEEEEOOOOOOOO! Es ist das Siegestor. So geht das!

Die Grasshoppers gewinnen beim Leader FC Stade-Lausanne-Ouchy 2:1. Einbilden darf sich GC nicht wirklich was auf diesen Erfolg. Es ist wahrhaftig kein Meisterstück, das die Zürcher abliefern. Aber, die Grasshoppers bewahren auch nach dem 0:1-Rückstand die Ruhe. Sie schöpfen nach dem Ausgleich mit jeder Aktion mehr Vertrauen. Die technische Klasse blitzt plötzlich auf. Die lange Zeit nicht als Einheit auftretende Elf mausert sich von einer Ansammlung Individualisten zu einem Team. Und Dieses marschiert und kämpft und spielt vor allem in der Schlussphase richtig guten Fussball. Es ist ein leicht schmutziger Sieg, der zum Schluss aber gar einen Schuss Glanz versprüht. Und wertvoll ist er auch noch. GC ist zurück auf Rang 1.

Hopp GC!