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Challenge League 2020/2021
Sa 03.10.20, 19:00 Uhr | Stadion Letzigrund, Zürich

3 : 0
(1:0)

WENN DER WEIHNACHTSMANN 2X KLINGELT: MIMI MACHT SIE ALLE GLÜCKLICH!

GC erlebt einen fantastischen Abend. 3:0-Sieg über den FC Wil 1900 und zumindest über Nacht die Tabellenspitze übernommen. Die Grasshoppers rocken die Liga.

Statt das Tempo ab Spielbeginn stets zu erhöhen, herrscht leider vor allem auf der GC-Ersatzbank schon sehr früh viel Bewegung. Léo und Nadjack müssen beide kurz nach einander Mitte der ersten Halbzeit verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Diese definitiv nicht geplanten Umstellungen bringen den Matchplan von Trainer João Carlos Pereira gehörig durcheinander. Die Hoppers sind zwar sehr bemüht, die Veränderungen müssen aber zuerst verdaut werden. Nach etwas mehr als einer halben Stunde bricht der eingewechselte Fabio Fehr auf rechts durch. Seine scharfe Hereingabe verursacht zwar erstmals Panik im Wiler Strafraum, Profit daraus können die Hoppers aber nicht ziehen. Noch nicht…

Springen wir fünf Minuten nach vorne. 37. Minute. Innenverteidiger Toti läuft auf einen herrenlosen Ball zu. Gegner Noah Jones rauscht heran, Toti ist aber einen Tick schneller zur Stelle und was der Portugiese dann macht, ist unfassbar genial. Mit dem linken Zehen gibt er dem Ball einen leichten Stupser und hebt die Kugel über Jones. Dieser versteht die Welt nicht mehr und während Jones am liebsten à la Mungg in einem nicht vorhandenen Loch des Letzigrundrasens verschwinden möchte, sprintet Toti fast schneller als das Licht mit Ball der Aussenlinie entlang nach vorne und lanciert mit einem Zuckerpass Ermir Lenjani. Dieser nimmt voll Fahrt auf, macht noch ein paar Extrameter und bedient in der Strafraummitte Shkelqim Demhasaj. Und was macht «Mimi»? Der Junge zieht direkt mit links ab und durchschlägt mit seinem Granatenschuss fast das Tornetz! Voll in den Winkel, GOOOOOOAAAL, GC! Eine von der Entstehung bis zur Vollendung üüüüberrrrragende Bude!

1:0 zur Pause. Alle sind zufrieden, alle machen sich zugleich aber auch Sorgen. Wie geht’s Nadjack, wie steht’s um Léo? Noch ist nichts bekannt. Also, volle Konzentration auf Halbzeit 2. Und diese geht los, so dass man vor Freude versucht ist, gleich mit einer Jubel-Fudibombe in der Oberen Lettenbadi in die Limmat zu springen. Nikola Gjorgjev marschiert über die Mittellinie. Mit Ball selbstverständlich, dieser scheint richtig an seiner Klebe zu haften. Nicht angegriffen, zieht der wirblige Flügelspieler ab und provoziert bei Wil-Goalie Kader Abubakar einen Abpraller. Und wer steht goldrichtig zur Stelle? Wer? Jawohl, Demhasaj! Shkelqim Demhasaj! GOOOOOOOOOAAAAAL, GRASSHOPPERS! 2:0 Mimi als Doppeltorschütze! Famos.

Zwei Tore an diesem Abend könnte auch Ermir Lenjani erzielen. Der Neuzuzug, der auf Grund der Verletzung von Allan Arigoni hinten links zum Einsatz kommt, hat innert 60 Sekunden zwei Monstermöglichkeiten. Bei der ersten knallt er die Kugel hauchdünn über die Torlatte und bei der zweiten Gelegenheit prüft er, wie viel das Skelett von Keeper Abubakar aushält. Aus vollem Rohr ballert Ermir den bedauernswerten Schlussmann an, der letzte Saison noch für die GC-U21 im Einsatz stand. Das Schlussbouqet gehört Petar Pusic. Fantastisch, wie Peti mit einer Ruhe und Geduld und vor allem Präzision praktisch mit dem Schlusspfiff das 3:0 erzielt.

Was dann folgt, ist Hühnerhaut pur. Die ganze Mannschaft dreht eine Stadionrunde auf der Leichtathletikbahn und dankt den Zuschauern für die überragende Unterstützung. Die Fans skandieren immer wieder GEEEECEEEEE, GEEEECEEEE! Und die Anhänger stehen am Pistenrand und klatschen und klatschen und klatschen. Zuerst die Zuschauer auf der Gegentribüne, dann jene im Fanblock und zum Abschluss das Volk auf der Haupttribüne. Die Spieler sind elektrisiert, die Anhänger sind elektrisiert. Wunderbar. Als Doppeltorschütze Demhasaj kurz darauf in der Amag-Lounge vorbeischaut und die Fragen der VIP-Gäste beantwortet, strahlen ihn Dutzende Augenpaare an, als wäre er der Weihnachtsmann persönlich. Das ist er nicht, will er auch nicht sein. Nein, er ist einfach nur der so sympathische Mimi, dem der Knopf an diesem Abend so richtig aufgeht.

Einen magistralen Match spielt Torhüter Matteo Matic. Da ne Hand, da n Bein, hier der Arm, dort der Fuss, top Stellungsspiel, mutig, reaktionsschnell, gut auch als erste Station in der Angriffsauslösung und nun schon zum zweiten Mal hintereinander ohne Gegentor. Und da ist Innenverteidiger Toti. Was der alles abbeisst, wie der viele heikle Momente frühzeitig erkennt und antizipiert. Toti ist eine Art Lebensversicherung. An Totis Seite Captain Cvetkovic. Bravo, Aleks. Die Binde um den Arm macht ihn nochmals stärker. Erstmals in einem Ernstkampf für GC im Einsatz steht Connor Ronan. Der Brite ist eine Kampfmaschine sondergleichen. Der Junge ist erbarmungslos und steigt kompromisslos in jeden Zweikampf.

Mit dem Ende des Spiels sickert dann leider aber auch die sehr schlechte Nachricht durch, dass die Verletzung von Nadjack schlimm ist. Der erlittene Knieschaden bedeutet möglicherweise das Saisonende. Er wäre bereits der zweite nach Renat Dadashov, der nicht mehr antreten kann. Die anstehenden Untersuchungen in den nächsten Tagen werden Klarheit bringen.

3 Spiele, 9 Punkte, 8:2 Tore. Es ist der perfekte Saisonstart des Grasshopper Club Zürich. Die Mannschaft macht immens Freude. Und wie die Zuschauer an diesem GC wieder Gefallen haben, macht den Club glücklich. Danke allen für einen tollen Abend.

Hopp GC!

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