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Challenge League 2019/2020
Fr 26.06.20, 20:30 Uhr | Letzigrund, Zürich

3 : 1
(1:0)

HAMMER-FUSSBALL! GC SCHIESST LEADER LAUSANNE AB

Überragende Grasshoppers zeigen beim 3:1-Sieg über Lausanne-Sport Herz, Leidenschaft, Spielintelligenz, Qualitätsfussball und Treffsicherheit – Und das alles im Quadrat.

Ist das nicht die jüngere Schwester von Sabine? Doch, das muss sie sein. Herrgott nochmals! Sturmwarnung auf dem Zürichsee. Beiboote, festgebunden an ihren Bojen, peitschen wild um sich. Aufgestellte Kindertrampoline in den Innenhöfen von Siedlungen im Stadtkreis 5 wirbeln durch die Luft.  Umgekippte Anhänger und Windböen von bis zu 100km/h. Mitte Februar versetzte Sturmtief Sabine die Schweiz in Angst und Schrecken und nun also offenbar deren petite soeur. Vor dem Spitzenkampf gegen die Romands braute sich über Zürich gewaltig was zusammen. Über der Stadt beruhigte sich die Wetterlage zwar kurz vor Spielbeginn wieder, nicht aber auf dem Platz. Die Grasshoppers spielen an diesem Abend «Sabinchen» und zerzausen die Waadtländer. Die Hauptfiguren aber tragen männliche Namen und heissen da «Andreas» und «Nassim».

Die Hoppers haben von Beginn an gehörigen Biss und jagen die Lausanner sofort bei deren Ballbesitz. Die Westschweizer haben dadurch keine Möglichkeit, von hinten heraus zu kicken und müssen die Bälle jeweils in hohen Bögen nach vorne dreschen. Das starke Pressing der Hoppes bringt dann auch nach sieben Spielminuten einen Ballgewinn in der Lausanner Platzhälfte mit sich, den Ben Khalifa in gute Abschlussposition versetzt. Der GC-Stürmer sucht das Heil mit «Spitzguge», sehr clever! Nur mit Zitterhand kann Lausanne-Goalie Castella die Chance vereiteln. Diese Aktion bringt den Grasshopper Club Zürich so richtig in Schwung und die Mannschaft von Trainer Zoltan Kadar spielt daraufhin sackstarke 30 Minuten.

Noch verpassen Nassim Ben Khalifa mit einem Schlenzer und Giotto Morandi mit einem Flachschuss die Führung, dann aber folgt Andreas Wittwers ganz grosser Moment. Den Ball zurückgelegt bekommen, zieht der Linksverteidiger mit seinem linken Schoggifuss volle Pulle ab und setzt das Leder in den Winkel. Was für ein Kracher von Wittwer, der dem Grasshopper Club Zürich die verdiente Pausenführung beschert. Beim Gang zurück in die Garderobe sieht man jedem GC-Spieler die Gier und die totale Zuversicht an, den Tabellenführer auf jeden Fall ohne Punkte nach Hause schicken zu wollen.

Lausanne-Sport, das lediglich in den letzten acht Minuten vor der Pause etwas besser in den Match findet, wechselt zur Halbzeit gleich dreimal aus. Nicht wie befürchtet auf Grund von nun viel mehr Zug aufs Tor kassieren die Hoppers den Ausgleich, sondern weil einmal mehr der frühere GC-Nachwuchsspieler Aldin Turkes seinen Ex-Club massivst ärgert. Die GC-Hintermannschaft gewährt dem 1 Meter 93-Schlacks soziale Distanz, wie sie unterdessen nicht mehr nötig wäre und so nickt der Toptorschütze der Liga zum 18. Mal ein. 1:1.

Mit stoischer Ruhe nimmt Hoppers-Seitenliniengeneral Kadar den Gegentreffer zur Kenntnis. Kann er auch, weil er weiss, dass er noch Patronen in der Trainertasche, respektive auf der Spielerbank sitzen hat. Mit den Einwechslungen von Petar Pusic, Nikola Gjorgiev und Mychell Chagas kommt geballte Ladung, frische Offensivpower aufs Feld, dazu mit Allan Arigoni Zusatzenergie für hinten. GC legt nochmals eine Schippe drauf. Die Spieler kämpfen mit Inbrunst um jeden Ball und jagen den Lausannern mehr und mehr Frust ins Gesicht. Aber auch spielerisch führen die Zürcher die wesentlich feinere Klinge. Gigafein ist dann vor allem Ben Khalifas Show nach genau einer Stunde. Nassim, der sich in überragender Form befindet, eine beeindruckend positive Ausstrahlung auf dem Feld aussendet, sich in jeden Zweikampf schmeisst und einen gewaltigen Drang zum Torschiessen hat, lässt es unfassbar klingeln. Mit Selbstvertrauen pur zieht NBK ab und schockt die Gäste mit einem Wundertor zur erneuten GC-Führung.

Kaum angespielt, schiesst Ben Khalifa aus ähnlicher Position wie eben, nochmals und trifft die Latte. Die Tausend GC-Fans sorgen nun für richtig Stimmung und beklatschen jeden abgefressenen Ball eines Hoppers. Lausanne-Sport ist erledigt, die Mannschaft vom Lac Leman hat keinen Stich mehr. Kurz vor Schluss setzt GC den Deckel auf eine insgesamt sensationelle Partie drauf, Nikola Gjorgiew überlobt LS-Keeper Castella zum 3:1. Natürlich, es sind immer noch zehn Punkte Rückstand auf Lausanne und Platz 1 ist weiterhin Meilen entfernt. Die Leistung jedes einzelnen Grasshopper ist an diesem Abend aber maximal und wie Fans und Mannschaft nach dem hochverdienten Sieg feiern, ist ein Auftakt ins Wochenende, wie er schöner nicht sein könnte.