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Challenge League 2019/2020
Di 23.06.20, 18:15 Uhr | Utogrund, Zürich

1 : 1
(0:1)

STATT "GRANDE" UND "HISTORISCH" NUR 1:1 GEGEN WINTERTHUR

Der Grasshopper Club Zürich lässt auf dem Utogrund gegen den FC Winterthur Punkte liegen. GC reicht Giotto Morandis Führungstor nicht, um nach dem Sieg gegen Aarau vier Tage darauf punktemässig nachzudoppeln.

Fast wäre er zum «Grande, Morandi» geworden. Giotto Morandi ist in bestechender Form und vor allem hat der Tessiner derzeit ein Goldnäschen, wo er hinzustehen hat. Dies bewies GC’s Nummer 33 eindrucksvoll schon am letzten Freitag, als er den Führungstreffer gegen Aarau erzielte und er illustriert dies auch im zweiten Spiel nach Wiederaufnahme der Meisterschaft gegen Winterthur. Bei Allan Arigonis scharfer Hereingabe steht Morandi wie bestellt zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort und drescht zum 1:0 ein. Wieder also bringt Giotto GC in Front und er wäre tatsächlich zum Grande Morandi geworden, hätte sein Tor für die Grasshoppers den Sieg bedeutet…

Zur Pause deutet vieles darauf hin, dass GC innert vier Tagen den zweiten Vollerfolg feiern kann. Bereits vor dem Führungstreffer erspielen sich die Hoppers ansehnliche Tormöglichkeiten. Morandi prüft Winterthurs Goalie Raphael Spiegel in der vierten Spielminute mit einem Schuss und kurz darauf verpasst Nassim Ben Khalifa mit seinem Abschluss das Tor nur knapp. Und schliesslich versenkt Petar Pusic einen Corner fast direkt, im letzten Moment kann der 1 Meter 97 grosse Hühne Spiegel den Ball über die Latte lenken. GC ist in der ersten Halbzeit nicht dominant, aber spielbestimmend und hat drei längere Phasen, wo er den FC Winterthur zeitweilig einschnürt. Im Abwehrverhalten agiert die Mannschaft abgeklärt und muss den Eulachstädtern nichts zugestehen.

Zurück zur zweiten Halbzeit treten die Winterthurer deutlich engagierter auf. GC liest erste Warnsignale zu wenig und überlässt den Hausherren zu fest das Spielgeschehen. Nach ersten, eher zaghaften Abschlüssen schlägt’s dann nach knapp einer gespielten Stunde im Hoppers-Tor ein. Luka Sliskovic’ Pass zur Mitte lenkt Roman Buess noch so ab, dass der Ball schliesslich in der entfernteren Torecke landet. 1:1. GC wird für seine Passivität zurecht bestraft. Zwar übernehmen die Blauweissen mit Fortdauer der zweiten Halbzeit wieder die Initiative und erspielen sich einige, gute Möglichkeiten, ein Treffer allerdings gelingt nicht mehr. Mychell Chagas verpasst mit seinem Heber die erneute Führung und bei Fabio Fehrs Freistossball fehlt wenig. Ärgerlich ist, dass den Grasshoppers in der 73. Minute ein klarer Foulpenalty nicht zugesprochen wird. GC geht im Utogrund zwar nicht auf Grund, lässt aber dennoch zwei Zähler liegen.

Der Utogrund, der mitten ins Quartier eingepflanzt ist und dessen Spielfeldmasse nur gerade mit Ach und Krach die Bedingungen für Challenge League-Fussball, erfüllen, hat irgendwie trotzdem viel Charme. Nur schon der gleich angrenzende Schulhauskomplex mit drei Kindergarten- und fünf Unterstufenklassen sowie einem Morgentisch und vier Mittagshorten sind Teil einer anderen «Welt», die dem Kantonalzürcher Derby einen speziellen Anstrich geben. Geschichtshistorisch wird die Partie zwischen Winterthur gegen GC aber den bisher grössten Höhepunkt der Utogrund-Geschichte kaum ablösen: Vor genau 100 Jahren fand im Herzen von Zürich-Albisrieden mit Schweiz gegen Deutschland ein prestigeträchtiges Länderspiel statt. Die Schweizer gewannen 4:1. Ein Resultat, das auch für GC an diesem herrlichen Sommerabend möglich gewesen wäre, aber klar verpasst wurde.