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10.09.2018

NEUES FUSSBALLSTADION | AUS DER ABSTIMMUNGSKÜCHE

Auf den medialen Plattformen wird wieder fleissig geschrieben, kommentiert und gelesen. Wir haben hier für Sie einige Fakten zu scheinbar unklaren Themen zusammengestellt. 

Das Ganze ist eine Milliarden-Abzocke

Richtig ist, dass die Stadt Zürich mindestens 170 Millionen Gewinn macht – je nach Teuerung sogar noch deutlich mehr. 

Begründung: Die Stadt Zürich erhält erstens während der von ihr festgelegten Laufzeit des Baurechts von 92 Jahren einen Baurechtszins von rund 1,2 Millionen pro Jahr – also rund 110 Millionen Franken. Sie erhält zweitens nach Ablauf des Baurechtsvertrags die zwei Wohnhochhäuser zu 80% des dann aktuellen Wertes. Nach heutiger Schätzung und der üblichen Altersminderung sind das weitere rund 56 Millionen Franken. Dabei ist die Teuerung noch gar nicht einberechnet.

Das Stadion kostet rund 105 Millionen Franken und wird zu 100% privat finanziert. Die Stadt Zürich definierte den Investorenwettbewerb so, dass sie sich selbst weder am Bau (auch nicht bei allfälligen Mehrkosten) noch am Stadionbetrieb finanziell beteiligen muss (sie gibt auch keine Defizitgarantie). Das Stadion kostet den Steuerzahler somit nichts. 

Damit die privaten Investoren das Projekt realisieren können, kommt die Stadt dem Vorhaben mit einem reduzierten Baurechtszins entgegen. Dieser «Einnahmenausfall» ist aber hypothetisch – da ohne Wohntürme auch kein Stadion gebaut und betrieben werden kann. Die Wohntürme dienen den Investoren als Renditeobjekt, nur so können sie das Stadion auf eigene Kosten realisieren.

Rekursmöglichkeiten verzögern das Projekt um Jahre/Jahrzehnte

Richtig ist, dass das Stadion spätestens 2022 betriebsbereit sein wird. Bei Annahme der SP-Initiative frühestens 2028. 

Begründung: Jedes grössere Bauprojekt kann angefochten werden. Das ist zulässig und muss bei solchen Vorhaben eingeplant werden. In jedem Fall wird aber das Projekt Ensemble deutlicher schneller realisiert werden als die von der SP ins Spiel gebrachte Bebauung des Areals durch dies Stadt, zumal auch diese Bauten rechtlich angefochten werden können. Das privat finanzierte Stadion wäre 2022 betriebsbereit, ein durch die Stadt gebautes frühestens 2028.

Solange in der Stadt Fans prügeln, wollen wir denen kein Stadion geben

Richtig ist, dass dies keine Fussballfans sind, sondern Kriminelle, die von Polizei und Justiz verfolgt werden müssen. Die absolut überwiegende Mehrheit der Fussballfans ist friedlich.

Begründung: Damit wird der Sport für etwas bestraft, für das er nicht verantwortlich ist. Es muss zwischen gewaltbereiten Chaoten und friedlichen Fussballfans unterschieden werden. Die absolut überwiegende Mehrheit der Fussballfans ist friedlich. Nur eine ganz kleine Minderheit ist gewalttätig. Gewalt und Hooliganism aber haben nichts mit Sport zu tun. Wer randaliert und gewalttätig ist, handelt kriminell und kann für sich nicht in Anspruch nehmen, Teil einer Fan-Kultur zu sein.

Beide Klubs engagieren sich entsprechend seit Jahren gegen Gewalt, in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden. Dadurch ist es in den letzten Jahren gelungen, in und um Stadien die Sicherheit markant zu erhöhen.

Clubs, der Stadtrat von Zürich und die zuständigen Organe in Polizei, Justiz und Prävention stehen zudem in einem ständigen und sehr engen Austausch über weitere Massnahmen zur Prävention und Unterbindung von Gewalt im Umfeld der Fussball-Szene. 

Ausserhalb des eigentlichen Stadionperimeters liegt es in der Zuständigkeit der Justiz- und Polizeibehörden, für Sicherheit zu sorgen.

Das neue Fussballstadion bietet allen Zuschauerinnen und Zuschauern Sicherheit nach internationalen Standards. Zudem wird es für GC und FCZ weiterhin getrennte Fankurven geben.

Die Credit Suisse bereichert sich auf Kosten des Steuerzahlers

Richtig ist, dass die Steuerzahler weder für Bau noch Betrieb des Stadions aufkommen müssen. Im Quervergleich zu anderen vergleichbaren Lagen in Zürich liegen die Anfangsmieten in den geplanten Wohntürmen im mittleren Preissegment. Die Besitzerin sind die Anlagegefässe der Credit Suisse AG, in denen Vorsorgegelder verwaltet werden.

Begründung: Je ein Wohnhochhaus befindet sich im Portfolio von Immobilien-Anlagegruppen der Credit Suisse Anlagestiftung sowie Immobilienfonds der Credit Suisse Funds AG. 

Die zukünftigen Eigentümer der Liegenschaften sind somit in erster Linie Schweizer Pensionskassen und Säule-3a-Stiftungen, sowie institutionelle Investoren und Privatanleger. Diese Eigentümer sind auf eine nachhaltige Rendite angewiesen, damit sie beispielsweise den Rentenverpflichtungen der Versicherten und den gesetzlichen Vorgaben nachkommen können. Andererseits wird der geschaffene Mehrwert zugunsten der Stadionfinanzierung verwendet.

Man kann locker Nein sagen, dann gibt es viele Genossenschaftswohnungen

Richtig ist, dass bei einer Annahme des Projekts Ensemble 299 Genossenschaftswohnungen entstehen, bei einer Ablehnung vorerst keine einzige.

Begründung: Bei einer Annahme von Projekt Ensemble entstehen 299 Genossenschaftswohnungen; 174 auf dem Areal, die von der Allgemeinen Baugenossenschaft erstellt werden, weitere 125, die von der Credit Suisse der Stadt Zürich verbindlich in verschiedenen Liegenschaften in der Stadt angeboten wurden. Ohne Hochhäuser mit Mietwohnungen im mittleren Preissegment wiederum kann das Fussballstadion nicht finanziert werden.

Die Stadt kann selbst bauen, es braucht keine privaten Investoren

Richtig ist, dass sich das Zürcher Stimmvolk zuletzt 2013 gegen ein städtisch finanziertes Stadion ausgesprochen hat, aus Kostengründen.

Begründung: Dagegen hat sich das Zürcher Stimmvolk bei der letzten Abstimmung von 2013 ausgesprochen – und auch die Stadtregierung hat klar gemacht, dass sie kein Stadion auf Kosten der Steuerzahler bauen will.

Das Projekt Ensemble nimmt den Volkswillen und die städtischen Vorgaben Ernst: Es werden ohne Steuergelder nicht nur 174 gemeinnützige Wohnungen gebaut, sondern auch ein Fussballstadion, dessen Betrieb ebenfalls durch Private finanziert wird. Zudem werden der Stadt Zürich weitere 125 Wohnungen angeboten, die gemeinnützig vermietet werden können.

Zürich braucht nicht noch mehr Luxuswohnungen

Richtig ist, dass 299 Genossenschaftswohnungen im tiefen Preissegment und 570 Wohnungen im mittleren Preissegment realisiert werden.

Begründung: Es entstehen 570 Mietwohnungen im mittleren Preissegment sowie 174 gemeinnützige und sehr günstige Wohnungen von der Allgemeinen Baugenossenschaft Zürich (ABZ). Zudem hat die Credit Suisse der Stadt verbindlich angeboten, in verschiedenen Liegenschaften in Zürich 125 zusätzliche Wohnungen aus ihrem Portfolio abzutreten, die künftig für gemeinnützige Mietwohnungen genutzt werden können. Bei einem Ja zu Ensemble gibt es also sicher 299 gemeinnützige Wohnungen.

Um das Fussballstadion privat finanzieren zu können, benötigen die Investoren aber auch Wohn- und Gewerbebauten im mittleren Preissegment, mit denen sie eine gewisse Rendite erwirtschaften können.

Die Fans wollen gar nicht in ein gemeinsames Stadion

Richtig ist, dass FCZ und GC als mittelständische Unternehmen das Stadion gemeinsam betreiben, sportlich aber Rivalen bleiben mit jeweils eigener Tradition und Fan-Kultur.

Begründung: Jeder Club hat seine eigene Tradition, Geschichte und Fan-Kultur, was auch in Zukunft so bleiben wird. Es wird nicht Hardturm-Stadion heissen. Die GC-Fans werden im Norden des Stadions ihre Fankurve bekommen, diejenigen des FCZ im Süden. Das neue Stadion bietet beiden Fussballclubs neue Einnahmequellen und sichert somit deren langfristiges Überleben, was das Ziel jedes Fans sollte.

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