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28.07.2020

FC AARAU MIT VERSÖHNUNGSGELÜSTEN

Mit grossen Ambitionen in die Meisterschaft gestartet, konnten die Aargauer den eigenen Erwartungen und jene des Umfelds nie vollends gerecht werden. Im Heimspiel gegen GC will der FC Aarau einen versöhnlichen Saisonabschluss mit dem eigenen Anhang feiern.

Die Aarau-Fans zeigten ihrer Mannschaft zuletzt die kalte Schulter und wendete sich von ihr ab. Mit dem Transparent «Mer send Aarau gsi» wurde der Unmut über die Entwicklung in den letzten Monaten geäussert. Die beiden Haus-Journalisten Ruedi Kuhn und Sebastian Wendel kritisierten die FCA-Fans in ihrem Talk scharf. Aus der Distanz betrachtet scheint das dramatische Verpassen des Aufstiegs in der Barrage gegen Xamax vor einem Jahr noch immer nachzuhallen. Aarau gewann damals das Hinspiel auswärts 4:0 und gab dieses Megapolster auf dem heimischen Brügglifeld noch aus den Händen.

Auf dem Trainerposten wurde vor zwei Wochen Patrick Rahmen durch Stephan Keller ersetzt. Noch immer wartet das Team unter dem neuen Coach auf ein Erfolgserlebnis. Neben zwei Unentschieden setzte es drei Niederlagen ab. Zum letzten Mal siegten die Rüebliländer anfangs Juli in einem hochspektakulären Match gegen Leader Lausanne-Sport 5:4. Unterdessen ist der FC Aarau auf Rang 8 abgerutscht und hat mit 76 Toren mit Abstand am meisten Gegentreffer der Liga erhalten.

Grosses Politikum zur Zeit beim FC Aarau ist der frühere GC-Topscorer Shkelzen Gashi. Dieser wurde im Heimspiel gegen Chiasso eingewechselt und 20 Minuten darauf wieder vom Platz genommen. «So gehe man mit einem verdienstvollen und sensiblen Spieler, wie es Gashi sei, nicht um", heisst es in Aarau und übt damit bereits am neuen Trainer Keller harsche Kritik. Die Fan- und Gashi-Thematik sind Themenfelder, die von Aussenstehenden aufgeschnappt, aber schlicht nicht beurteilt werden können.

Fakt ist, dass der FC Aarau, trotz den zuletzt ausgebliebenen Erfolgserlebnissen, eine gute Mannschaft beisammen hat. Stürmer Marco Schneuwly wie auch Mittelfeldspieler Elsad Zverotic bringen manche Jahre Super League-Erfahrung mit sich. Olivier Jäckle steht in seiner neunten Saison mit den Aargauern. Innverteidiger François Affolter war Schweizer Nationalspieler und spielte in der Deutschen Bundesliga beim SV Werder Bremen. Nicolas Schindelholz hat neun Jahre Super League mit dem FC Luzern und dem FC Thun auf dem Tacho, genauso wie Jèrôme Thiesson mit dem FCL und der AC Bellinzona. Und dann ist da eben noch Shkelzen Gashi, zweifacher Super League-Torschützenkönig…