
Zusammenschluss des FC Zürich, des Grasshopper Club Zürich und der ZSC Lions: Gemeinsam wollen sich die Stadtzürcher Grossclubs noch stärker für «Sport ohne Gewalt» engagieren. Dazu haben sie eine Sicherheitscharta erarbeitet. Daneben fordern sie ein koordiniertes Vorgehen aller involvierten Parteien. Eine Abschiebung der Problematik auf die Vereine allein führe nicht zum Erfolg, erklärten Clubvertreter gegenüber den Medien. Nach Ausschreitungen rund um ihre Spiele gerieten Fussball- und Eishockeyclubs in den vergangenen Jahren negativ in die Schlagzeilen. Dies hatte politische Konsequenzen: Seit dem 1. Januar 2010 kann die Stadtpolizei Zürich die Kosten für ihre Einsätze ausserhalb der Stadien den Zürcher Sportclubs verrechnen. Durch die Überwälzung der Polizeikosten werden der FC Zürich, der Grasshopper Club Zürich und die ZSC Lions aber für ein Problem zur Kasse gebeten, das nur gemeinsam durch die verschiedenen verantwortlichen Stellen gelöst werden kann. Dazu gehören neben den Clubs auch die Polizei, die Justiz, die Stadionbetreiber, die nationalen Verbände und die Fangruppen. Grosse Bedeutung für das soziale Leben in Zürich «Wir werden von unseren Fans grossartig unterstützt. Aber leider gibt es immer wieder einige wenige Unverbesserliche, die unsere Spiele als Plattform für Gewalt missbrauchen», sagte Franz Kälin, Leiter Spielbetrieb bei den ZSC Lions. Darunter leiden die Matchbesucher und die Öffentlichkeit, aber auch die Clubs, die sich klar gegen Gewalt und Gefährdung von Zuschauern aussprechen. «Wir sind uns unserer Vorbildrolle bewusst. Deshalb haben wir uns zusammengeschlossen, um uns noch stärker für Sport ohne Gewalt engagieren zu können», so Kälin. In der öffentlichen Wahrnehmung werden die Vereine oft auf einen «kommerziellen Zweck» reduziert. «Diese Ansicht greift zu kurz. Die drei Grossclubs sind für das soziale Leben in Zürich von grosser Bedeutung», erklärte Alex Sauber, Leiter Kommerz beim Grasshopper Club. Sie sorgen für zahlreiche Stunden Unterhaltung, generieren bei den Heimspielen im Letzigrund und im Hallenstadion eine beachtliche Wertschöpfung und schaffen Arbeitsplätze. Zudem leisten sie einen wichtigen Beitrag zur sinnvollen Freizeitgestaltung der Jugend und zur Integration von jungen Menschen, wovon der Staat wiederum profitiert. So engagieren der FCZ, GC und die ZSC Lions in ihren Aktiv- und Nachwuchsteams insgesamt über 1500 Spieler. Sicherheitscharta erarbeitet und Forderung nach Task Force Betreffend «Sport ohne Gewalt» könne man keine fixfertigen Lösungen präsentieren, denn das Engagement gegen Gewalt sei ein laufender Prozess, der Zeit brauche, erläuterten die Clubs. Nach einem intensiven Erfahrungsaustausch wurde als erster Schritt eine Sicherheitscharta erarbeitet. «Darin sehen wir mehr als ein Stück Papier. Wir nehmen die Inhalte sehr ernst», sagte Ancillo Canepa, Präsident des FC Zürich. Die Vereine richten ihr Augenmerk auf die Verpflichtung zur laufenden Verbesserung der Sicherheitsaspekte, das konsequente Vorgehen gegen Risikofans mittels Repression und Prävention, die Suche nach einer engen Zusammenarbeit mit relevanten Kreisen im Bereich Sicherheit sowie der Begleitung ihres Engagements mit aktiver Kommunikation. Neben der Charta regen sie zu einigen grundsätzlichen Überlegungen an. «Übermässiger Alkoholkonsum ist eines der Hauptprobleme beim Thema Gewalt. Deshalb befürworten wir Massnahmen wie zum Beispiel ein Alkoholverbot im Stadion», erklärte Canepa. Die Kompetenz, ein solches Verbot durchzusetzen, liegt jedoch bei den Stadionbetreibern; der FCZ, GC und die ZSC Lions sind in ihren Stadien nur Mieter. Bei Hochrisiko-Matches betrachten sie zudem eine gezielte Präsenz der Polizei im Stadion als Option. 2,7 Millionen Franken für Sicherheit und Fanwesen Zentral ist jedoch das gemeinsame Vorgehen von Clubs, Verbänden, Politik, Justiz, Behörden und Fangruppen. Um Sicherheit gewährleisten zu können, müssen die Parteien ihre Aufgabe zusammen erfüllen. Deshalb stellen der FC Zürich, der Grasshopper Club und die ZSC Lions, die auch in der Interessengruppe Pro Sport Zürich vereinigt sind, die Forderung nach einer kleinen, aber entscheidungskräftigen Task Force. Die kompetentesten Personen der diversen involvierten Stellen sollen zusammen treffen und Lösungen ausarbeiten. «Die Clubs sind dazu bereit und machen mit. Wir wehren uns einzig gegen die Abschiebung der Problematik auf die Clubs allein, da damit unsere Existenz gefährdet ist», so FCZ-Präsident Ancillo Canepa. Denn durch die Überwälzung der Polizeikosten können pro Club zusätzliche Ausgaben von bis zu einer Million Franken entstehen. Allein ein Hochrisikospiel kann zusätzliche Kosten von über 100‘000 Franken verursachen. Schon heute investieren der FCZ, GC und die ZSC Lions aber insgesamt 2,7 Millionen Franken für Sicherheit innerhalb des Stadions und für das Fanwesen. «Wir leisten also schon heute einen grossen Beitrag, um Gewalt rund um unsere Spiele zu verhindern», sagte Alex Sauber, Leiter Kommerz beim Grasshopper Club.
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